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Barrierefrei im Radurlaub

Geprüft. Verlässlich. Detailliert. Das Portal „Reisen für Alle“ macht barrierefreien Urlaub zuverlässig möglich. Neu im Programm: der „Mönchsradweg für alle“.

Barrierefreiheit spielt heutzutage auch für touristische Produkte eine große Rolle, denn sowohl Menschen mit Handicap sowie Senioren und Familien mit kleinen Kindern sind auf barrierefreie Radwege angewiesen. Auch für Schleswig-Holstein gibt es ein neues Angebot. Gleich drei Rundtouren am Radfernweg Mönchsweg stehen seit Kurzem auf der Seite des Prüfsystems „Reisen für Alle“. Damit hat der Verein Mönchsweg e.V. gleich zwei Meilensteine einer Machbarkeitsstudie abgehakt. In einem ersten Schritt sollte geprüft werden, ob die Entwicklung von ein oder zwei barrierefreien Tagestouren am Mönchsweg grundsätzlich möglich ist - und jetzt sind bereits drei Rundtouren zertifiziert. 

Die „Glückstadt-Tour“ (25 km) führt durch die Altstadt und den Hafen Glückstadts auf den Außendeich der Elbe und entlang des Stördeichs zu den historischen Orten Borsfleth und Krempe - der kleinsten Stadt in Holstein mit jahrhundertealten Kirchen. Der Marktplatz und das Rathaus sind weitere Sehenswürdigkeiten der alten Hafen- und Festungsstadt. Von hier führt der Weg über die Süderau durch die Marsch entlang schöner Bauernhäuser wieder nach Glückstadt. 

Die Barrierefreiheit der Tour auf einen Blick: Parkplätze für Menschen mit Behinderung vorhanden, barrierefrei konzipierte öffentliche WCs vorhanden, keine Stufen oder Treppen, Wegbreite meistens > 250 cm, wenige Steigungen und Gefälle; max. 6-8% auf max. 200 m Länge, überwiegend gute Oberflächenbeschaffenheit der Wege, z.T. auf Straßen mit KFZ-Verkeh, Überquerung von Straßen notwendig. 

Detailliertere Informationen für Menschen mit Gehbehinderungen und Rollstuhlfahrer, mit Hörbehinderung und gehörlose Menschen, mit Sehbehinderung und blinde Menschen sowie Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen finden sich hier: www.reisen-fuer-alle.de 

Die Glückstädter machen keine halben Sachen. Ganze zehn Thementouren haben sie im Programm. Und jetzt aufgepasst: die sollen „glücklich machen“. Wir stellen sie vor auf Seite XY.

Die „Bebensee-Tour“ (23 km) verläuft nahe Bad Segeberg durch das Randgebiet der Holsteinischen Schweiz. Die abwechslungsreiche Landschaft sowie herrliche Badeseen versprechen eine idyllische Rundtour im Herzen Schleswig-Holsteins. 

Die „Steinwarder-Tour“ (5,5 km) verläuft durch den Ostsee-Ferienpark Heiligenhafen und auf der Seebrückenpromenade Steinwarder. Sie lockt mit den zum Teil barrierefreien Strandzugängen und einem abwechslungsreichen Gastronomieangebot.

Studienergebnisse. Eine wichtige Erkenntnis aus der Machbarkeitsstudie ist, dass insbesondere auf Wegen in der freien Natur eine hundertprozentige Barrierefreiheit oft nicht zu erreichen ist. Es besteht zudem immer die Gefahr, dass durch bauliche Veränderung der Charakter der Radtour – das Naturerlebnis – gemindert wird. Dieses Ergebnis lässt sich sicherlich auch auf andere längere Radwege übertragen, nichtsdestotrotz ist die „Information zur Barrierefreiheit“ ein sehr wichtiges Angebot für eine individuelle Reiseentscheidung. 

Weitere Tipps. Die Römer-Lippe-Route (RLR) war ein Leuchtturmprojekt der Ruhr Tourismus GmbH. Die Route ist auch nach den Kriterien „Reisen für Alle“ zertifiziert und wurde 2020 mit dem Deutschen Radförderpreis ausgezeichnet. Die RLR ist der erste Radfernweg überhaupt, der sich so detailliert mit der Thematik barrierefreies Radfahren beschäftigt hat. Reisebegeisterte können den rund 400 Kilometer langen Radweg in mehreren Etappen von Xanten nach Detmold abradeln oder sich für Tagesausflüge entscheiden. Die Auswahl ist groß: 15 alternative Radrouten stehen zur Verfügung. Mehr unter: roemerlipperoute.de

Die Emslandroute bietet gut ausgebaute Wege mit „Flachland-Garantie“.  „Morgens schon sehen, wer nachmittags zum Tee kommt.” Mit dieser alten Redensart ist jedem klar, hier geht’s durch plattes Land, soweit das Auge reicht. Neben dem schönen Städtchen Papenburg gibt es romantische Fehnkanäle, Moore und wer Glück hat, kann Traumschiffe bewundern. Auch Handbiker können den Rundkurs der Emsland-Route (ca. 300 km) problemlos bewältigen. Die Radroute ist mit dem vom ADFC empfohlenen Radwegeleitsystem ausgeschildert. Mehr Infos unter: www.emsland.com/urlaub/natur-aktiv/touren/details/emsland-route-fuer-handbiker/

ADFC für alle. Schreibt uns, wenn Ihr barrierefreie Routen kennt, die ihr schon abgefahren seid unter redaktion [at] adfc-sh.de

Ellen Pahling

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Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 215.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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