Fahrradstraßen
In Fahrradstraßen hat der Radverkehr Vorrang. Radfahrende dürfen nebeneinander fahren. Kraftfahrzeuge können durch Zusatzbeschilderung (bspw. Anlieger frei) erlaubt werden.
Fahrradstraßen sind ein Instrument, um den Radverkehr zu fördern. Sie können mit relativ geringem finanziellen Aufwand und in kurzer Zeit umgesetzt werden. Im Sinne einer klimafreundlichen Verkehrswende unterstützen sie die Verlagerung von Verkehrsleistung vom motorisierten Individualverkehr hin zum Fahrrad. Fahrradstraßen können Radrouten im Erschließungsstraßennetz sichtbar machen und begünstigen eine Bündelung des Radverkehrs. Sie eignen sich besonders für Schulrouten, Radschnellwege, Velorouten, Radfernwege sowie wichtige Freizeitrouten und dienen der Sicherheit und der Ordnung des Verkehrs.
Wie Kommunen im Rahmen der aktuellen Rechtsgrundlage Fahrradstraßen einrichten können, hat der ADFC Schleswig-Holstein in einer umfangreichen Handreichung dokumentiert.
Tempo 30
Verkehrssicherheit, weniger Lärm und mehr Platz für andere Verkehrsarten: Tempo 30 dient nicht nur dem Radverkehr.
Fünf gute Gründe für Tempo 30
1. Tempo 30 rettet Menschenleben
Bei Tempo 30 ist die Chance, ein Fahrzeug noch rechtzeitig zum Stehen zu bringen, wesentlich höher: Im Schnitt kommt ein Pkw nach 13,3 Metern zum Stehen. Ein Wagen, der mit Tempo 50 unterwegs ist, prallt wegen des längeren Reaktionswegs mit voller Geschwindigkeit auf eine Person oder einen Gegenstand in dieser Entfernung auf.
2. Tempo 30 verbessert das Verkehrsverhalten
Eine Verkehrskultur des Miteinanders kann sich bei Tempo 30 stärker herausbilden als bei höheren Geschwindigkeiten. Bei niedrigen Geschwindigkeiten können Autofahrer*innen das Geschehen in der Straße besser wahrnehmen. Sie haben mehr Zeit, Gefahrensituationen zu erfassen und darauf zu reagieren.
3. Tempo 30 beeinflusst die Verkehrsmittelwahl
Radfahrer*innen und Fußgänger*innen reagieren sensibel auf das Verkehrsumfeld. Niedrige Geschwindigkeiten wirken sich positiv auf die Umfeldqualität im Straßenraum aus. Sie sind daher wichtige Elemente der Förderung von Fuß- und Radverkehr. Durch mehr Menschen, die Rad fahren und zu Fuß gehen, steigt die urbane Lebensqualität weiter.
4. Tempo 30 schafft lebenswerte Städte und Gemeinden
Tempo 30 erhöht die Lebensqualität in einer Stadt oder Gemeinde. Hauptverkehrsstraßen können (wieder) zu Orten mit Aufenthaltsqualität werden, statt reine Transitstrecken von A nach B zu sein. Wenn der Verkehrslärm sinkt, wird es angenehmer, sich in der Straße aufzuhalten und Außenbereiche von Cafés oder Balkone und Terrassen zur Straßenseite zu nutzen.
5. Tempo 30 mindert den Verkehrslärm
Niedrigere Geschwindigkeiten senken die Belastung durch Straßenlärm. Der Lärmpegel sinkt durch die Verringerung der Geschwindigkeit von Tempo 50 auf Tempo 30 durchschnittlich um ca. 3 dB(A). Das klingt nicht nach viel, verringert aber laut Umweltbundesamt den empfundenen Lärmpegel deutlich. Außerdem kommt es bei Tempo 30 seltener zu den als besonders störend empfundenen lauten Einzelereignissen wie lautstarkes Beschleunigen eines Pkws oder Motorrads.
Quelle und weitere Informationen zu Tempo 30.
Querungshilfen
Stark befahrene Straßen sind für Radfahrende und Zufußgehende kaum zu überqueren. Um den sicheren Übergang zu ermöglichen, sind sog. Querungshilfen nötig. Wichtig ist hierbei ein ausreichende Dimensionierung. Eine Querungshilfe, bei der Fahrradanhänger, Lastenrad oder Kinderwagen in die Fahrbahn ragen, bietet keine Sicherheit. Die Kombination von Querungshilfe mit Tempo 30 kann das Sicherheitsniveau weiter erhöhen.
Umfangreiche Informationen zur baulichen Ausgestaltung von Querungshilfen hat die AGFS NRW veröffentlicht.