
Norwegen: Tempo 30 wird Standard
Norwegen setzt neue Maßstäbe in der Verkehrspolitik und macht Tempo 30 zur Regelgeschwindigkeit in geschlossenen Ortschaften.
In geschlossenen Ortschaften gilt in Norwegen künftig flächendeckend Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit. Das Ziel ist klar definiert: Die Bedürfnisse von Radfahrenden und Fußgänger*innen stehen an erster Stelle, um den öffentlichen Raum sicherer und lebenswerter zu machen.
Begründungspflicht für höhere Geschwindigkeiten
Wer schneller fahren will, muss künftig gute Argumente liefern. Wenn Behörden Tempo 40 oder 50 zulassen möchten, sind sie in der Nachweispflicht. Höhere Limits sind nur noch unter strengen Auflagen möglich: Die Verkehrssicherheit darf durch das höhere Tempo nachweislich nicht beeinträchtigt werden. Bauliche Trennung: Tempo 40 oder 50 ist nur zulässig, wenn Fahrbahnen für Autos und Radwege konsequent voneinander getrennt sind.
Mehr Sicherheit, kaum Zeitverlust
Dass dieser Schritt sinnvoll ist, belegen internationale Daten. Die Björn-Steiger-Stiftung hat hierzu Studien aus 14 Städten weltweit (u. a. Berlin, London, Helsinki und Toronto) ausgewertet. Tempo 30 in Innenstädten erhöht die Verkehrssicherheit signifikant – und das, ohne die Fahrzeiten für Autofahrende nennenswert zu verlängern.
Die Forderung des ADFC
Auch wir als ADFC machen uns für diesen Paradigmenwechsel in Deutschland stark. Unsere Position ist eindeutig: Tempo 30 muss die Regel werden. Tempo 50 darf nur noch die Ausnahme sein – und zwar ausschließlich dort, wo eine lückenlose und sichere Radverkehrsführung garantiert ist. Norwegen zeigt, wie eine moderne, menschenzentrierte Mobilitätswende praktisch umgesetzt wird.








