
Frau auf geschütztem Radfahrstreifen © ADFC / Krone
Fahrrad-Alleinunfälle: Unfallforscher empfehlen Ausbau sicherer Infrastruktur
Steigende Unfallzahlen durch Alleinunfälle, Unfallversicherer haben sich Probleme angeschaut und Empfehlungen abgegeben, diese finden sich hier im Artikel.
Alleinunfälle passieren vor allem dort, wo schlecht geplant und gebaut wurde
Alleinunfälle – also Unfälle, an denen keine weitere verkehrsteilnehmende Person beteiligt ist – machen in Deutschland fast jeden dritten Radverkehrsunfall mit Personenschaden aus und ihre Anzahl hat sich seit der Jahrtausendwende bis 2024 von 10.140 auf 27.836 erhöht. ADFC-Landesgeschäftsführer Jan Voß betont: „Die Ursachen liegen dabei nicht nur am Fehlverhalten der Radfahrenden, sondern primär in der aufs Auto ausgerichteten Infrastruktur selbst.“ Dies bestätigt auch eine neue Studie des UDV und seiner Partnerorganisationen in der Schweiz und Österreich „Alleinunfälle bei Radfahrenden".
In dem Papier identifizieren die Expert*innen drei kritische Punkte: Senkrechte Kanten durch unzureichende Bordsteinabsenkungen sind schwerwiegende Fallen. Ein zu spitzer Winkel führt schnell zum Sturz. Weiterhin reichen Nasses Laub, Rollsplitt oder unebenes Kopfsteinpflaster aus, um die Kontrolle zu verlieren. Zuletzt, wenn auch in Schleswig-Holstein nicht häufig vorzufinden, führen Straßenbahn- oder Eisenbahnschienen, die nicht im rechten Winkel gekreuzt werden können oder zu nah am Radweg liegen, regelmäßig zu Stürzen.
Neben den in der Studie ausgearbeiteten Punkten bleibt gerade im Mischverkehr auch die uneindeutige oder missverständliche Radwegführung ausschlaggebend für Unfälle.
Jan Voß stellt klar: „Ein kleiner Fahrfehler, eine unaufmerksame Sekunde und bei der aktuellen Bauweise folgt womöglich ein Sturz, der schwere Verletzungen zur Folge haben kann. Dem muss mit Entschlossenheit von allen Verantwortliche konsequent und zügig begegnet werden.“
Alleinunfälle vermeiden: Den niederländischen Standard bauen
Die Unfallexpert*innen empfehlen, das Prinzip der „fehlerverzeihenden Infrastruktur" auch im Deutschsprachigen Raum umzusetzen. Dieses wird seit Jahrzehnten in den Niederlanden gebaut: Gute, vom KFZ-Verkehr getrennte Radwege und sichere Kreuzungen haben die Unfallzahlen in den Niederlanden nachhaltig gesenkt. Der ADFC fordert deshalb schon lange und wird nun erneut durch die Erkenntnisse der UDV bestätigt, was auch Voß fordert: „Infrastruktur muss so gestaltet sein, dass menschliche Fehler keine katastrophalen Folgen haben.“ Konkret müssen Straßen und Wege in Deutschland entsprechend baulich angepasst werden. Beispiele für Maßnahmen sind dabei der Rückbau von senkrechten Bordsteinen an Radwegen, konsequente Reinigung und Räumung von Rad- und Fußwegen, sowie breite Wege, die die Ausweichmanöver zulassen.
Das vollständige Emfpehlungspapier finden Sie hier und im blauen Infokasten. Beispiele für fehlerverzeihendes Kreuzungsdesign hat das ADFC-Projekt InnoRad erarbeitet, das ebenfalls im blauen Kasten hinterlegt ist.
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