35 Jahre ADFC Schleswig-Holstein

 

Der ADFC Schleswig-Holstein wird heute 35 Jahre alt. Wir haben zu diesem Anlass einmal eine kleine Zeitreise zu den Anfängen zusammengestellt, die ihr hier lesen könnt.

 

In der ersten Ausgabe unserer Mitgliederzeitschrift Pett Man Sülm vom Frühjahr 1987 begrüßt der erste Vorsitzende, Willy Albert, die Leser mit dem Satz: „Nachdem … die letzten Hürden aus dem Weg geräumt werden konnten, wurde am 14.4.1987 in der PUMPE in Kiel der Bezirksverein Schleswig-Holstein des ADFC gegründet.“ 

Der ADFC wird also heute 35 Jahre alt. Und damit auch die Pett Man Sülm. Wir haben zu diesem Anlass das allererste Vorwort sowie einen Beitrag aus dem Jubiläumsheft  03/12, der einen Blick auf die Jahre 1996 bis 2000 wirft, digitalisiert. Auch in der Anfang Juni erscheinenden Pett Man Sülm wird es ein paar Stimmen von Weggefährten zu hören geben.

Viel Spaß bei der kleinen Zeitreise in die Geschichte des ADFC Schleswig-Holstein!

 

Editorial des 1. Vorsitzenden Willy Albert, Frühjahr 1987

Liebe Radlerinnen und Radler!

Nachdem in den letzten Wochen und Monaten die letzten Hürden aus dem Weg geräumt werden konnten, wurde am 14.4.1987 in der PUMPE in Kiel der Bezirksverein Schleswig-Holstein des ADFC gegründet. Ich möchte als 1. Vorsitzender alle Mitglieder des neuen Bezirksvereins an dieser Stlle herzliche willkommen heißen.

Der Anfang ist gemacht, und nun kann mit der Arbeit begonnen werden. Dafür können wir auf viele Aktionen der ehemaligen Ortsgruppe Kiel zurückgreifen. Ein Radtourenprogramm ist fertig, und zu weiteren Veranstaltungen kann im Rahmen dieses Rundschreibens (s.u.) eingeladen werden. Zum Generalverkehrsplan in Kiel haben wir uns geäußert und hoffen nun auf eine befruchtende Diskussion mit Ämtern und Parteien. Der ADFC hat sich in Kiel schon eine gute Stellung aufgebaut.

Der neugegründete Bezirksverein ist für ganz Schleswig-Holstein mit Ausnahme des Hamburger Randgebietes verantwortlich und muß daher in die Fläche gehen. In Lübeck bestehen gute Voraussetzungen für die Gründung einer neuen Ortsgruppe. Auch Flensburg hat schon Interesse angemeldet. Der gesamte Vorstand tritt hier gerne mit Rat und Tat zu Seite. In die Fläche gehen heißt nicht nur, Ortsgruppen zu gründen, sondern daß überall im Lande sich Interessierte – ob Mitglied oder nicht – finden, die sich für die Interessen der Radlerinnen und Radler einsetzen.

Ein Bereich macht mir im Moment als Vorsitzendem Sorgen: der Sektor Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird im Sommer verwaisen. An dieser Stelle möchte ich Hubertus Bürgstein für seine bisher geleistete aufopferungsvolle Arbeit danken. Wer??? kann diese Lücke schließen? Ich würde mich freuen, wenn sich jemand dafür finden und bei mir melden könnte.

Die Arbeit beginnt und ich hoffe, alle Mitglieder und Interessierten bei einem unserer nächsten Treffen persönlich begrüßen zu können.

Willy Albert

 

Artikel aus dem Jubiläumsheft der Pett Man Sülm 03/2012

Rückblick auf die Jahre 1996 bis 2000:

Dietmar Kettler, damals Vorsitzender, erinnert sich

1996 als Claudia Schmid den Landesvorsitz an mich abgab, hatte der Verband die dirtte oder vierte Aktiven-„Generation“ erreicht und zugleich eine Größe und Aufgabenbreite, die ohne bezahlte Kräfte nicht mehr zu bewältigen war. Die Anfragen aus dem ganzen Land waren so zahlreich geworden, dass sie ehrenamtlich nicht mehr abzuarbeiten waren. Und die Zahl der landesverkehrspolitisch wichtigen Termine hatte so zugenommen, dass die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder, die im wesentlichen als Angestellte ihre Brötchen verdienten und aus dem ganzen Land kamen, sie nicht mehr in ausreichendem Maße wahrnehmen konnten. Wer will schon ständig einen halben Tag Urlaub nehmen, wer will schon jede Woche quer durchs ganze Land zu einem Ministeriumstermin, einer Gremiensitzung oder einer öffentlichen Anhörung anreisen? Ein Teil meiner Arbeit von 1996 bis 2000 lag daher darin, die längst notwendig gewordenen Professionalisierung voran zu treiben. 1998 verabschiedete die Landesregierung ein „Programm Fahrradfreundliches Schleswig-Holstein“. Die Ministerpräsidentin hatte zuvor die Losung ausgegeben, Schleswig-Holstein müsse „Fahrradland Nr. 1“ werden, und in Nordrhein-Westfalen gab es mindestens seit Anfang der neunziger Jahre ähnliche Bestrebungen. Der erste Entwurf für ein „Programm fahrradfreundliches Schleswig-Holstein“ stammte aus der Feder von Ministerialbeamten und konnte vom ADFC nur als gänzlich unbrauchbar verrissen werden. Nach entsprechender Kritik gab das Verkehrsministerium einem privaten Planerbüro den Auftrag, das „Programm“ neu zu schreiben, und dieses hatte nichts Besseres zu tun, als einen Beauftragten nach Kiel in die Landesgeschäftsstelle des ADFC zu senden und zu hören, was man denn dort für Vorstellungen hatte. Er notierte fleißtig, was wir vorgaben, legte das Ergebnis dem Ministerium vor und dieses übernahm nahezu alles. Das „Programm Fahrradfreundliches Schleswig-Holstein“ von 1998 trägt daher bis heute in weiten Teilen meine Handschrift. Nur von der Umsetzung hat man sich weitgehend verabschiedet.

Neu gegründet wurde als Folge des „Programms“ das Landesweite Fahrradforum, das nach dem Vorbild des Kieler Fahrradforums Entscheidungsträger der Landesebene und Lobbyisten zusammen bringen sollte, um den Kenntnisstand voranzubringen. Die regelmäßigen Sitzungen waren mit Vor- und Nachbereitung anstrengend, aber lohnend: Es war erschreckend, auf welchem fachlichen Niveau die bezahlten Entscheidungsträger agierten. 2000 gab es eine erste Fachtagung „Radverkehr in Schleswig-Holstein.“ Sie war als jährlich durchzuführende Veranstaltung wesentlicher Bestandteil des „Programms Fahrradfreundliches Schleswig-Holstein“ im Handlungsfeld „Öffentlichkeitsarbeit und Wissensvermittlung“. Diese erste Veranstaltung setzte sich, wie in dem „Programm“ angestrebt, mit dem Alltagsradverkehr zu tun hatten und auch kaum „Fachtagung“ genannt werden können.

2000, als ich den Staffelstab weitergab, war auch „Bett & Bike“ kurz davor, eine Anschubfinanzierung vom hiesigen Wirtschaftsministerium zu bekommen, die die notwendige Professionalisierung sowohl des „Bett & Bike“-Projektes auf schleswig-holsteinischer Ebene als auch die des ADFC-Landesverbandes entscheidend voranbringen sollte. In anderen Ländern gab es „Bett & Bike“ schon länger – jeweils mit einer Anschubfinanzierung des Landes. Der längst unerlässlich gewordene Geschäftsführer konnte jedoch noch nicht sofort eingestellt werden.

Die vier Jahre Vorstand haben mir so viel Arbeit beschert, dass man sie nur als Freiberufler leisten konnte oder als Rentner hätte leisten können. Aber ich habe zahlreiche Qualitätsstandards im Landesverband und in den Landesministerien setzen können. Auch aus zeitlichem Abstand betrachtet bin ich froh darüber.

Dietmar Kettler

 

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https://sh.adfc.de/artikel/35-jahre-adfc-schleswig-holstein

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 215.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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