In der Bildmitte blaue Fahnen des ADFC-Berlin bei einer Demonstration von Fridays For Future am 22.10.2021

ADFC bei Fridays-For-Future-Zentralstreik in Berlin am 22.10.2021 © Bele Pohely

ADFC Schleswig-Holstein fordert Sofortmaßnahmen für nachhaltige Mobilität

 

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine sowie der aktuelle Report des Weltklimarats IPCC machen deutlich: Unsere Mobilität darf nicht länger abhängig vom Öl sein. ADFC SH schlägt Sofortmaßnahmen vor!

 

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine sowie der aktuelle Report des Weltklimarats IPCC machen deutlich: Unsere Mobilität darf nicht länger abhängig vom Öl sein. „Das Fahrrad bietet vielen Menschen einen guten Ansatz, um nachhaltig und trotzdem individuell mobil zu sein. Doch die aktuelle Situation ist einfach nicht ausreichend“, beurteilt Stephanie Meyer, Landesvorsitzende des ADFC Schleswig-Holstein, die Lage. „Wir fordern deshalb alle Verantwortlichen im Land auf, konkrete Sofortmaßnahmen für nachhaltige und unabhängige Mobilität umzusetzen!“

Das heißt: es möglichst vielen Menschen so einfach wie möglich zu machen, alternative Mobilitätsformen zu nutzen und auf das Auto zu verzichten. Und wenn mehr Menschen Fahrrad fahren, aber noch keine adäquate Fahrradinfrastruktur gebaut ist, braucht es alternative Maßnahmen, die die Straßen sicherer machen. Für Meyer ist klar: „Dabei kann das Fahrrad nicht als alleiniger Verkehrsträger funktionieren, sondern muss im Umweltverbund mit Bus und Bahn gedacht und gefördert werden.“

Deshalb schlägt der ADFC Schleswig-Holstein Land, Kreisen und Kommunen folgende Maßnahmen zur kurzfristigen Umsetzung vor:

Tempo 30 sofort!

Egal ob Kita, Schule oder Pflegeeinrichtung – Kommunen und Kreise können bereits jetzt schon eigenständig in vielen Straßen Tempo 30 anordnen. Das reduziert nicht nur den verbrauchten Sprit, sondern auch Lärm und Feinstaub. Zeitgleich verringert sich der Bremsweg und die Verkehrssicherheit und das Sicherheitsgefühl für Radfahrende steigen.

Fahrradstraßen überall!

Gute Radwege zu planen und zu bauen braucht Zeit. Wir brauchen aber schnell sichere Infrastruktur, damit mehr Menschen aufs Rad steigen. Fahrradstraßen können einfach und ohne großen verfahrenstechnischen Aufwand oder bauliche Veränderungen angeordnet werden. Wir fordern deshalb alle Kommunen und Kreise im Land auf, nach ihren Möglichkeiten sofort Fahrradstraßen einzurichten!

ÖPNV-Preise runter – und Angebot rauf!

Nicht für jede Strecke ist das Fahrrad geeignet. Deshalb brauchen wir schnell eine ÖPNV-Offensive. Dabei müssen die Kreise und die Landesregierung Hand in Hand zusammenarbeiten. ÖPNV-Preise müssen kurzfristig gesenkt und zeitgleich das Angebot an Bussen und Bahnen zügig – besonders in den Randzeiten – ausgebaut werden.

Um in Zukunft unabhängiger von Ölimporten zu werden, muss - abgesehen von kurzfristigen Sofortmaßnahmen - die Mobilitätswende auch langfristig mit aller Kraft verfolgt werden. Die Forderungen des ADFC Schleswig-Holstein e.V. dazu finden sich hier: sh.adfc.de/landtagswahl

 


https://sh.adfc.de/pressemitteilung/adfc-schleswig-holstein-fordert-sofortmassnahmen-fuer-nachhaltige-mobilitaet

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 215.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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