Mobilitätswende wählen!

Am 8. Mai 2022 wählen die Schleswig-Holsteiner*innen einen neuen Landtag. Dieser wird maßgeblich dar über entscheiden, wie Fahrradfahren im Norden (bis) 2027 aussehen wird. Was der ADFC will und von der Politik erwartet, welche Aktionen geplant sind und wie Du dabei mitwirken kannst, das erfährst Du hier.

 

Stell Dir vor...

2027 kommst Du unkompliziert und ohne Hindernisse mit dem Rad von A nach B. Du musst nicht mehr darüber nachdenken, ob Du es Rad in Bus oder Bahn mitnehmen kannst. An Haltestellen, Bahnhöfen, zuhause und bei der Arbeit kannst Du Dein Fahrrad bedenkenlos abstellen. Es gibt keine Verkehrstoten mehr. Deine Kinder fühlen sich mit dem Rad auf dem Weg zu Schule und Spielplatz sicher - und sind es auch. In Deiner Freizeit genießt Du die vielen Radtouren ins Grüne oder ans Meer. Und gemeinsam mit dem*r Radverkehrsbeauftragten Deiner Kommune besprichst du, wo Radwege ausgebaut und erneuert werden sollten.

Kurzum: 2027 ist Schleswig-Holstein Fahrradland. Mobilität bedeutet - ob zu Fuß, mit dem Rad oder im ÖPNV, ob auf dem Land oder in der Stadt - sicher, gerne und bezahlbar unterwegs zu sein. Und das unabhängig von Alter, Einkommen oder körperlicher Einschränkung.
Doch: Wie lässt sich das erreichen? Wie kann Schleswig-Holstein in fünf Jahren Fahrradlandwerden?

Was bisher passierte.

Erst 2019, zwei Jahre nach der letzten Landtagswahl, fand auf Initiative des ADFC ein BYPAD-Verfahren (Bicycle Policy Audit) statt, bei dem sich alle maßgeblichen Akteure zusammenschlossen. Neben dem Verkehrsministerium und dem ADFC beteiligten sich alle relevanten politischen Parteien sowie Umweltverbände und viele zivilgesellschaftliche Akteure, um den Status Quo der Radverkehrsförderung im Land festzustellen und daraus geeignete Maßnahmen abzuleiten. Ende 2020 dann der Erfolg: Der Landtag verabschiedete die „Ab aufs Rad im Echten Norden: Radstrategie Schleswig-Holstein 2030”, in der die ADFC-Forderungenan erster Stelle stehen, den Radverkehrsanteil auf 30 % zu heben, Unfallzahlen drastisch zu senken und Schleswig-Holstein unter die Top 3 Länder im Radtourismus zu bringen.
Seitdem verzögerte sich im Ministerium die Umsetzung - es fehlten Personal und Geld. Ende 2021 dann ein Lichtblick: Zwei neue Mitarbeiter*innen wurden für die Umsetzung der Radstrategie eingestellt. Damit wurden die zuständigen Personalstellen vervierfacht, da zuvor nur eine Mitarbeiterin mit einer halben Stelle tätig war.

Unsere Forderungen an die Politik

Mobilitätswende wird Chef*innensache

Die Mobilitätswende beginnt vor allem vor Ort in den Kommunen, muss aber von oben gefördert und unterstützt werden. Deshalb brauchen wir ein eigenes Ministerium für Verkehr und Mobilitätswende. In diesem gibt es eine*n eigene*n Staatssekretär*in für nach-
haltige Mobilität. Darüber hinaus wird eine Abteilung für Mobilität geschaffen mit einem Fachbereich eigens für den Radverkehr. Dieser Fachbereich muss mindestens doppelt so viele Mitarbeiter*innen haben wie bisher - und die Radverkehrsförderung im gesamten Land koordinieren und voranbringen.

Mehr Personal und Geld

Wir fordern jährlich 110 Millionen für ein Impuls-Programm, um die notwendigen Mit tel für die Radverkehrsförderung im Land zur Verfügung zu haben. Die Landesregierung sollte zudem den Kreisen und Kommunen Mittel bereitstellen, um neue Planstellen für
Radverkehrsplaner*innen zu schaffen und diese auskömmlich zu finanzieren. Für finanz schwache Kommunen muss das Land den Eigenanteil wenigstens anteilig übernehmen. Um Fachpersonal für den Norden zu gewinnen, braucht es eine Fortbildungsoffensive, damit das aktuell tätige Personal die Planungskompetenz für den Radverkehr erhält. Bis 2027 brauchen wir einen neuen Studiengang "(Rad)Verkehrsplanung” an einer Hochschule in Schleswig-Holstein!

Ein Gesetz für die Mobilitätswende

Bisher werden die nachhaltigen Verkehrsarten einzeln geplant und gebaut. Doch die Verkehrsträger des Umweltverbunds - Radfahren, zu Fuß gehen und Öffentlicher Verkehr - müssen gemeinsam gedacht werden. Dazu braucht es ein Gesetz, das die Stärkung und Förderung dieser Mobilitätsformen regelt. Das Mobilitätswendegesetz bildet dabei den Rahmen für den Ausbau von attraktiven Alternativen zum motorisierten Individualverkehr, um die Mobilität in Schleswig-Holstein umwelt- und sozialverträglich, klimaneutral, verkehrssicher und durchgängig barrierefrei zu gestalten.

Wahlprüfsteine

Hier findest Du alles Notwendige, von den Kernforderungen bis zum Gummibärchen!

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Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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