
Im Spätsommer die Landschaft genießen © ADFC | Stefan Frank
ADFC-Radreiseanalyse: Qualitätsoffensive in der Infrastruktur notwendig
Der ADFC hat am 04. März die Radreiseanalyse vorgestellt. Schleswig-Holstein landet bei radfahrenden Urlauber*innen auf Platz 3. Damit diese als Radtourist*innen wiederkommen, muss in die Qualität von Infrastruktur und Angebote investieren werden.
Schleswig-Holstein holt Bronze bei den Urlauber*innen, die während ihres Urlaubes aufs Rad steigen. Das zeigen die Ergebnisse der Radreiseanalyse 2025.
Darüber freut sich Stephanie Meyer, Landesvorsitzende des ADFC Schleswig-Holstein: „Schleswig-Holstein ist Radtourismusland. Die Menschen kommen sehr gerne zu uns in den Echten Norden und steigen hier gerne und oft aufs Fahrrad! Damit das so bleibt und die Menschen auch wegen des Radfahrens wiederkommen, müssen die Regionen und Akteure in die Qualität investieren.“
Radfahren im Urlaub, wenn das Fahrrad fahren also nur ein Nebenbestandteil der Reise ist, bietet einen niedrigschwelligen Einstieg in den Radtourismus. Es ermöglicht vielen Menschen aktive, gesundheitsfördernde Erholung und ist auch aus ökonomischer Perspektive bedeutsam.
ADFC-Landvorsitzende Meyer führt aus: „Auch radfahrende Urlauber*innen nutzen die touristische Infrastruktur und die Fahrradinfrastruktur: Entsprechend muss diese sich aktuellen Erwartungen der Radtourist*innen anpassen. E-Bikes sind auch im Urlaub sehr beliebt, dafür müssen die Angebote der Fahrrad- und Begleitinfrastruktur stimmen. Denn nur dann werden aus Gäst*innen Radurlauber*innen.“
Auf dem Weg zu Sternen und Auszeichnungen: Schlei-Region, Herzogtum-Lauenburg, Dithmarschen und Ochsenweg
In Schleswig-Holstein bewegt sich schon einiges. Die Akteur*innen am Ochsenweg arbeiten seit mehreren Jahren daran, den Radfernweg als erste ADFC-Qualitätsradroute in Schleswig-Holstein zertifizieren zu lassen. Ebenso befinden sich die Schlei-Region, das Herzogtum Lauenburg und der Kreis Dithmarschen auf dem Weg, zertifizierte ADFC-RadReiseRegion zu werden. „Diese Zertifikate sind für Radreisende wichtige Indikatoren für die Auswahl einer Reisedestination. Wir sind sehr froh, dass in Schleswig-Holstein so viele Akteur*innen engagiert Hand in Hand an der Umsetzung arbeiten“, freut sich Stephanie Meyer und betont, dass dies vielerorts nur durch Förderungen des Landes möglich wird. Das Land habe mit der Landesradstrategie einen wichtigen Meilenstein zur Förderung des Radtourismus gelegt und seitdem unterstützend und mit Förderung zur Seite gestanden, lobt die ADFC-Sprecherin.
Nordsee auf Platz 4, Ostsee auf Platz 5 der meist befahrenen Radregionen in Deutschland 2025
Dass Schleswig-Holsteins Küsten mehr bieten als Strand, zeigt die Radreiseanalyse des ADFC. Die Schleswig-Holsteinische Nordseeküste klettert im Vergleich zum Vorjahr um fünf Ränge und sichert sich den vierten Platz, während die Ostseeküste immer noch Platz 5 einnimmt.
„Schleswig-Holstein hat auch an der Küste viele tolle Strecken zu bieten“, betont Stephanie Meyer. Die Regionen haben hier noch viel Potential, Routen und touristische Angebote an die Anforderungen moderner Radtourist*innen anzupassen, denn: „Radtourist*innen geben gut 130 € pro Person und Tag aus und bieten einen Mehrwert für nachhaltigen Tourismus in den Orten.“
Auch abseits der Küsten finden Radtourist*innen Angebote, das Binnenland zu entdecken. Meyer begrüßt, dass das Land dieses Potential nun mit der Binnenlandstrategie heben möchte. „Denn gerade Einsteiger*innen mit Elektrofahrrad legen weniger Wert auf lange Etappen. Sie suchen mehr Leichtigkeit beim Radfahren und wollen die Umgebung genießen. Und davon haben wir im überwiegend flachen Schleswig-Holstein einiges zu bieten“, so Meyer.
Nachhaltige Anreise bedarf Ausbau von Fahrrad-Mitnahme im Regionalverkehr
Viele Radtourist*innen möchten möglichst nachhaltig mit Fahrrad und Gepäck anreisen. Doch besonders in den Urlaubsmonaten und an den Küsten entsprechen die Fahrradmitnahme-Kapazitäten im Regionalverkehr nicht den Anforderungen, betont Stephanie Meyer und führt aus: „Wer nachhaltig anreisen möchte, kommt in den Regionalzügen mit Fahrrad (auch ohne große Satteltaschen) nur schlecht mit. Hier ist das Land gefordert, die Angebote an Multifunktionsabteilen und Zuglängen auszubauen. Die angekündigten Verlängerungen auf der Strecke Kiel-Hamburg sind ein wichtiges Signal, das muss aber auch für andere Strecken, u.a. von Flensburg bis Lübeck geprüft werden!“